Nachhaltigkeit verstehen

Nachhaltige Entwicklung – was ist das?
Vom dem Begriff "Nachhaltige Entwicklung" hat jeder Mensch ein eigenes Verständnis. Das ist ganz natürlich, da es doch Überlegungen zur eigenen Lebensgestaltung betrifft. Es berührt dabei auch das persönliche Verhältnis zur Umwelt und zum Leben anderer Menschen - hier wie anderswo, heute wie auch in Zukunft. Nachhaltigkeit ist ein Gestaltungsprinzip, das man in sein Handeln und Leben integriert.

Etwas wissenschaftlicher ausgedrückt bedeutet "Nachhaltig leben" ökologische, ökonomische und soziale Folgen des eigenen Handelns zu bedenken und zu berücksichtigen.

Dabei die Dimensionen "Wirtschaft", "Umwelt" und "Soziale Gerechtigkeit" besser zu verstehen, stärkt den Kompetenzerwerb zur Gestaltung einer lebenswerten Zukunft und fördert den Mut Dinge neu und anders zu denken. So gelingt es auch, vorhandene Gestaltungsspielräume auszunutzen – zum eigenen Vorteil, zum Vorteil der anderen, zum Vorteil der Umwelt.

Das alles hat nichts mit utopischen Vorstellungen vom idealen Menschen zu tun, sondern vielmehr mit der Herausforderung, Entscheidungen als Individuen und als Gesellschaft so zu treffen, dass Menschen in anderen Teilen der Welt und auch künftige Generationen möglichst viele Optionen für ihre Lebensgestaltung behalten.


Es ist Zeit, die Welt zu verstehen und zum Besseren zu verändern
Mit Ideen, Themen, Tipps und Links möchte die BNEAgentur Niedersachsen e.V. zu vielfältigen Formen eines nachhaltigen Handelns anregen. Die Zugänge, Interessen und Vorkenntnisse der einzelnen Menschen sind dabei sehr unterschiedlich. Deshalb stellen wir hier eine Reihe ganz unterschiedlicher Einstiegsinformationen bereit:

Zur Kulturgeschichte des Begriffs Nachhaltigkeit: Das Buch von Ulrich Grober
(siehe Spalte rechts)
Zum aktuellen Hauptgutachten 2011 des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU)
(siehe Spalte rechts)
Zum aktuellen Nationalen Aktionsplan für Deutschland zur UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" 2005 - 2014
(siehe Spalte rechts)
Zum erstmaligen "Tu's Day"-Aktionstag für mehr Nachhaltigkeit am 20. September 2011
(siehe unten)



Die Deutsche UNESCO-Kommission und das Deutsche Nationalkomitee für die UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" riefen im Rahmen ihrer Initiative "Mehr wissen! Mehr tun!" erstmalig zu einem "Tu's Day"-Aktionstag am 20. September 2011 auf.
Dort heißt es:

Viele meinen, es wäre noch schöner, wenn wir nachhaltiger leben würden. Hier und auf den folgenden Seiten findest du Menschen, Geschichten, Ideen und Themen, die zeigen, wie individuell, unkompliziert und facettenreich nachhaltiges Handeln sein kann. Schau selbst. Nachhaltigkeit ist vor allem eins: eine Entscheidung, die man für sich trifft.

Was Nachhaltigkeit so alles sein kann …
Mitmachen
Alle zusammen und jeder für sich – gemeinsam tragen wir Verantwortung für unsere Welt! Klingt gut, aber was meint das eigentlich? Viele Milliarden Menschen bevölkern die Erde, ihre Natur, ihre Dörfer und Städte.

Ressourcen sparen
Was braucht man zum Leben? Vielleicht Wasser, Essen, Freundlichkeit? Oder auch Sex, Thrill and Rock'n' Roll? Was wir aber auch alle zum Leben brauchen und verbrauchen, sind jede Menge Ressourcen und Rohstoffe.

Fair produzieren, fair konsumieren
Die Welt liegt in der Einkaufstüte! Geschichte ist spannend. Zum Beispiel die von Wurstbroten. Oder die von Eiern. Man weiß doch meist nicht, welche Geschichte man mit der Einkaufstüte nach Hause trägt.

Sich bewusst ernähren und gesund bleiben
Der Mensch ist, was er isst und trinkt. Klingt schlau, ist schlau. Denn wenn es dir gut geht und du für dich und deine Gesundheit sorgen kannst, dann geht es auch der Welt ein kleines Stückchen besser.

Mit anderen etwas tun
Du bist nicht allein auf dieser Welt. Und das ist auch gut so! Denn gemeinsam mit anderen kannst du mehr erreichen als alleine. Das gilt vor allem dann, wenn du die Welt verändern willst.

Erfinderisch sein
Viele Wege führen nach Rom. Und nicht immer ist der kürzeste Weg zum Bäcker auch der schönste. So ist das auch mit unserer gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Entwicklung.

Interessiert und engagiert sein
Es gibt so viel zu tun! Soviel, dass man manchmal gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Und was man selber tun kann. Macht nichts, geht uns allen so. Trotzdem: umschauen, hinschauen, durchschauen.

Den Wert der Dinge schätzen
Was ist für dich wertvoll? Eine gute Idee, ein schickes Auto, enge Freundschaften, ein gut schneidendes Brotmesser? Ein kühles Glas Wasser an einem schrecklich heißen Sommertag?

Zusammenhänge erkennen
Je mehr du verstehst, desto mehr kannst du bewegen. Freiheit ist schön, kann aber ausgenutzt werden. Zum Beispiel am Kapitalmarkt. Superbillige Fleischwurst ist auch lecker, kann aber zu Verstimmungen führen.

Spaß haben
Eine Welt ohne Spaß ist keine nachhaltige Welt … Tag für Tag. Spaß, Spaß, Spaß...
Entdeckung der Nachhaltigkeit als Balance von Selbstsorge und Vorsorge in der Gesellschaft

Nachhaltig ist heutzutage alles, von der Diät bis zum Ausbau der Kapitalkraft. Nachhaltigkeit ist aber unser ursprünglichstes Weltkulturerbe, ein Begriff, der tief in unserer Kultur verwurzelt ist und den es vor seinem inflationären Gebrauch zu retten gilt. Im Buch von Ulrich Grober "Die Entdeckung der Nachhaltigkeit – Kulturgeschichte eines Begriffs." wird der Begriff "Nachhaltigkeit" neu vermessen. Vor fast 250 Jahren avancierte er zum Leitbegriff des deutschen Forstwesens und bezeichnete seitdem die Verpflichtung, Reserven für künftige Generationen nachzuhalten. Mehr dazu im …


[...]

[...]

 [...]


Hauptgutachten 2011: Welt im Wandel – Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation

Ein Beitrag des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) zur Rio+20-Konferenz 2012
Der WBGU begründet in diesem Bericht die dringende Notwendigkeit einer post-fossilen Wirtschaftsweise, zeigt zugleich die Machbarkeit der Wende zur Nachhaltigkeit auf und präsentiert zehn konkrete Maßnahmenbündel zur Beschleunigung des erforderlichen Umbaus.
"Das neue WBGU-Gutachten erscheint zu einer Zeit, in der die Völker dieser Welt sich zunehmend zu einer nachhaltigen und klimaverträglichen Zukunft bekennen. Die Studie zeigt, dass dies nur gelingen kann, wenn Staaten, Unternehmen und die gesamte Zivilgesellschaft gemeinsam die richtigen Weichen stellen und alle Mittel der regionalen, nationalen und globalen Zusammenarbeit ausschöpfen. Dafür verdient dieses Buch breite Beachtung."
Christiana Figueres, Exekutivesekretärin des Sekretariats der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) [...]



Nationaler Aktionsplan 2011 zur weltweiten UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung"

Die Vision der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" ist es, allen Menschen Bildungschancen zu eröffnen, die es ermöglichen, sich Wissen und Werte anzueignen sowie Verhaltensweisen und Lebensstile zu erlernen, die für eine positive gesellschaftliche Veränderung und eine lebenswerte Zukunft erforderlich sind. Alle Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen sind aufgerufen, diese Bildungsoffensive im eigenen Land umzusetzen. In Deutschland wurde daher gleich zu Beginn der Dekade 2005 ein Nationaler Aktionsplan veröffentlicht. Das Hauptziel der darin formulierten Strategien ist es, das Konzept der nachhaltigen Entwicklung in allen Bereichen der Bildung in Deutschland dauerhaft zu verankern.
Seit September 2011 ist die dritte Fassung des Nationalen Aktionsplans verfügbar. Neben den aktualisierten Teilzielen und der von den Akteuren gemeinsam erarbeiteten Strategie enthält der aktuelle Nationalplan auch eine Sammlung wichtiger politischer Grundsatzpapiere. [...]